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Göttingen-Wolfsburg

Datum: 9.12.2009 ¦ Startzeit: 14:20 Uhr ¦ Fahrtzeit netto: 5h 51min ¦ Distanz: 158,1 km ¦ AveSpeed: 27 km/h ¦ Höhenmeter: 855

 

Zum Geburtstag unseres Mitstreiters, Bruders und guten Freundes

 

Von der Arbeit nach Hause flitzen, Teller Mittagessen reinschieben, umziehen, Sachen packen und los.

 

Geplant war ja 14:00 Uhr und dass die Ausfahrt aus Göttingen an diesem Tag ausgerechnet so lange dauert, ist auch nicht so toll. Eine geschlagene halbe Stunde im Mittagsverkehr ... in Göttingen!!!

 

Endlich draußen. Auf gehts mit bestem Rückenwind und neuem Material nach Wolfsburg. Kurze Seitenwindpassagen lassen Guido mit seinen Xentis Mark 1 TT ein wenig trudeln. So ein vorbeifahrender LKW grüßt auch gern mal mit einem Schubsversuch in den Straßengraben. Ich bin derweil froh, dass ich mich für keine höhere Flanke als 42 entschieden habe. Bei meinem Leichtgewicht hätte ich tatsächlich fliegen gelernt.

 

Es ist der einzig trockene Tag in dieser Woche und wir bereuen die Entscheidung nicht, losgefahren zu sein. Die Route ist leicht hügelig und nicht zu anstrengend. Einzig die uns unbekannte Route macht uns zu schaffen. Die Zeitspanne zwischen Start- und Ankunftszeit beinhaltet gute 1,5 Stunden anhalten und Karte gucken und teilweise umkehren, weil verfahren. Es ist aber auch immer das gleiche: Man druckt sich eine Tourliste mit noch so kleinen und großen Orten aus, aber genau die sind nie an der entscheidenden Stelle ausgeschildert.

Dennoch können wir - insbesondere auch ich - die Laune gut halten. Es macht die ganze Tour über Spaß.

 

Zur Tour an sich gibt es leider nicht allzu viel zu sagen. Sie gehört nicht zu den schönsten und sehenswertesten. Gegen 17 Uhr präparieren wir uns für die Dunkelheit. Wir streifen uns die Warnwesten über die Rucksäcke und montieren das Licht. Guidos super Leuchte und eine geliehene aus alten Zeiten mit gefühltem 5 kg-Akku. Aber die soll ja mindestens noch 3 Stunden machen. Denkste. 1 Stunde vielleicht. Aus die Maus! Wir müssen umdisponieren. Guido nimmt sein eigene Lampe und ich, als von nun an fest hinten fahrend - muss mich meiner Kopflampe begnügen. Auch die macht nach einer weiteren halben Stunde schlapp, gerade als wir mitten in der Pampa sind. Ich kann gerade noch Nuancen von Guidos Hinterrad erkennen. So quäle ich mich in seinem und im Schatten der Nacht bis zur nächsten Tankstelle, an der ich mich mit Batterien für Schweinegeld belade. Aber das Leben ist mir wertvoller.

 

Gut beleuchtet und mit einem 5kg-Akku für völlig umsonst im Rücken gehts weiter. Auf einer halbstark befahrenen Straße, etwa 30 Kilometer vor dem Ziel schleicht plötzlich ein Auto hinter uns und setzt sich langsam neben mich. Ich schau mit meiner fiesen Kopflampe hinter mich, um herauszufinden, was Sache ist. [...] Der beifahrende Polizist hatte dann erst einmal 5 Minuten einen weißen Fleck vor Augen. Ich konnte ja nicht wissen, dass sich das Fenster auf meiner Kopfhöhe befindet. Die Polizei fährt aber weiter. Entweder haben sie uns tatsächlich für gut ausgeleuchtet befunden, uns aus Mitleid nicht noch extra geärgert (es war mittlerweile doch ziemlich kalt geworden). Vielleicht war aber einfach auch nur die Schicht zu Ende.

 

Wolfsburg - die liebe Autostadt - wird dann noch mal richtig ätzend. Hier verbringen wir auf jeden Fall eine halbe Stunde, um in die Innenstadt zu kommen. Ausschilderung und Passanten sind mager gesät. Wir freuen und gratulieren uns zur Ankunft beim Überfahren des Ortseingangsschild "Wolfsburg", damit wir dann gefühlte 5 Minuten später wieder lesen können "Auf Wiedersehen". Letztlich sind wir zweimal nach Wolfsburg reingefahren und haben einen viel zu weiten Umweg gemacht. Zwar wollten wir gegen 20:00 Uhr überraschender Weise zum Geburtstag aufschlagen, aber halb 10 ist immerhin noch besser als gar nicht. Der Radsportler und das Geburtstagskind Sascha freut sich mit einer Mischung von "oh man, ich muss auch mal wieder was tun" als wir ankommen. Es wird noch ein schöner Abend mit viel zu wenig Essen eigentlich und - wenn überhaupt - 4 Stunden Schlaf, denn wir müssen am nächsten Morgen den erstbesten Zug zurück nach Göttingen nehmen - die Arbeit ruft und der nächste Tag ist an sich im Eimer. Aber - es hat sich gelohnt. Die Route fahren wir auf jeden Fall wieder. In Braunschweig haben wir ja auch noch Freunde...

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Routen/Karten