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Göttingen-Nürburgring

 

 

Tag 1: Göttingen-Mittenaar

Datum: 13.5.2010 ¦ Startzeit: 8:40 Uhr ¦ Fahrtzeit netto: 8h 42min ¦ Distanz: 210,2 km ¦ AveSpeed: 24 km/h ¦ Höhenmeter: 2.255  

 

Von wegen Himmelfahrt - wir fahren in die Hölle.

 

Und zwar in die Grüne.

 

Es ist kalt und zart regnerisch. Wir machen uns auf. Doch bereits innerhalb der ersten 20 km soll es auch gleich schon richtig regnen. Wir müssen anhalten und uns in Regensachen einlaminieren. Wir fahren weiter. Es hört alsbald wieder auf zu schütten. Lediglich die Straßen sind noch nass ... jedoch sind zudem von jetzt an in den Regensachen gefangen, da wir diese auf Grund der Kälte nicht wieder ausziehen können. So fahren wir also die nächsten 200 km in mehr oder weniger nicht atmungsfähigen Sachen weiter. Da Guido sich von vornherein auch noch viel zu luftig angezogen hatte, muss er das Übel der absolut dichten Regenhose in Kauf nehmen, um nicht völlig auszukühlen.

 

In Ahnatal dann das erste Mal futtern. Es ist Feiertag und die Futtersuche gestaltet sich schwierig. Der Magen knurrt. Im Augenwinkel sieht Guido die Buchstaben "Bä.." und Licht brennen. Juchuh! Ein Bäcker ... der im Grunde aber nicht mehr auf hat. Die Bäckersfrau packt die Lebensmittel weg als wir ausgekühlt und hungrig mit großen Augen vor ihr stehen und um Essen bitten. Zunächst gibt sie sich verschlossen, zeigt dann aber doch großes Herz und schmiert uns sogar noch vier Brötchen. Eine starke Leistung! Der Bäcker hatte immerhin schon seit einer Viertelstunde geschlossen. Mit den Tüten am Lenker fahren wir einige Meter weiter, um einen trockenen und windgeschützten Platz zum Futtern zu suchen. Da daraus scheinbar nichts wird, stehen wir nun da ... an der Straße, im Regen, im Wind und mampfen Brötchen.

 

Kassel ... die ersten fiesen Berge (und das sind noch keine Berge!) sind geschafft.

 

Bad Wildungen ... Tankstopp. Kaffee gegen Müdigkeit und Kälte. Guido zweifelt heimlich an einer erfolgreichen Weiterfahrt. Ines wird davon erst abens im Hotel erfahren.

 

Haina (Kloster) ... wir schießen in einer rasanten Abfahrt aus dem Wald und stehen förmlich vor einem unwahrscheinlich beeindruckenden Kloster. Ein wahnsinns Anblick, der sich lohnt.

 

Um Marburg ... die Strecke wird anstrengend. Wir sind mehr oder weniger gezwungen, Bundesstraße zu fahren, um uns nicht zu verfransen und baldmöglichst im Hotel zu sein, welches wir soeben auf dem Rastplatz reserviert haben.

 

Bei Kilometer 180 etwa stellen sich bei Ines (wie auch bei der letzten Südkirchen-Tour) Knieschmerzen ein. Bei jeder Umdrehung viele kleine brennende Nadelstiche. Das tut weh und hilft leider nicht weiter. In den nächsten vier Stunden sollen diese Schmerzen auch nicht besser werden. Da Ines - um nicht bei jeder Umdrehung vor Schmerz schreien zu müssen - keinen Druck auf die linke Pedale bringen kann, heißt es, bei jedem Hügel ersten Gang rein und kurbeln.

 

Es geht im Lahn-Dill-Kreis stetig bergauf und bergab. Ein kleiner Vorgeschmack also auf die Eifel. Wir nähern uns unserem Hotel mit der wunderbaren Adresse "Bergstraße". Es soll zum Schluss nochmal ordentlich (aber kurz) bergauf gehen.

 

 

Fazit:

  1. Wetterbericht lesen und glauben.
  2. Wärmer einpacken.
  3. Ines kann jetzt sehr gut kleine Gänge kurbeln.
  4. Eine landschaftlich reizvolle Tour, insbes. der Lahn-Dill-Kreis.
  5. Das Hotel Berghof (Mittenaar) können wir nur ans Herz legen. Selbst die Räder durften im Hotel übernachten.

 

 

 

Tag 2: Mayen-Nürburgring-Rodder

Datum: 14.5.2010 ¦ Startzeit: 16:14 Uhr ¦ Fahrtzeit netto: 1h 55min ¦ Distanz: 39,3 km ¦ AveSpeed: 20,4 km/h ¦ Höhenmeter: 760

 

Wir haben die komplette Route von Göttingen zum Nürburgring unterschätzt. Das müssen wir leider zugeben. Aber immerhin, es war das erste Mal und das nächste Mall sollte es klappen. Haben wir doch auch immerhin den Großteil der Strecke mit dem Rad bewältigt. Aber an die komplette Tour im Sattel war auf Grund der Höhenmeter (nicht auf Grund der Distanz!) einfach nicht zu denken, zumal wir ja auch noch zum 24 Stunden Autorennen wollten. Wir fahren heute morgen also von Herborn bis Mayen mit dem Zug. Ab Mayen sind es dann noch knapp 40 km bis nach Rodder (Hotel Eifelstube).

 

Mayen ... äußerst kennzeichnend für die nachfolgende Routenführung. Wir fallen aus dem Zug und sausen sogleich eine steile Abfahrt hinunter, um ab dem tiefsten Punkt gleich wieder genauso knackig steil wieder hoch zu fahren. Nach 100 m dann aber die erste Tankstelle. Erstmal RedBull (können wir sehr empfehlen) und Kaffee.

 

Die Weiterfahrt geht stets bergauf, bergab, bergauf, bergab. Ein Gerade gibt es nicht. Ines hat immer noch Knieschmerzen ... also kurbeln. Geil! Irgendwann macht das auch richtig Spaß. Wir fahren quasi immer der Verkehrsbeschilderung Richtung Nürburgring. Und haben dann auch noch das Vergnügen zweimal unter der Nordschleife durchzufahren (Döttinger Höhe und Adenau). Es ist ein wunderbares Gefühl. Auf den letzten Kilometern dann zum Hotel noch einmal verfranst und somit einen Anstieg extra genommen. Aber das war zu dem Zeitpunkt auch schon egal.

 

Fazit:

  1. Die Eifel ist erradelnswert. Eine geile Landschaft!
  2. "Mit dem Rad zum Nürburgring" ist im Programm aufgenommen.
  3. Auch dieses Hotel ist weiter zu empfehlen. Unsere Räder konnten hier gar in der hauseigenen Garage sicher, trocken und verschlossen parken.
  4. Nach 2 Tagen kalter und regnerischer Radtour soll das 24 Stunden-Rennen sonnig, trocken und verhältnismäßig warm werden.
  5. Nochmal! :-)

 

 

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