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LE-Biketour 

Datum: 5./6.6.2010 ¦ Startzeit: 18:31 Uhr ¦ Fahrtzeit netto: 15h 45min ¦ Fahrtzeit brutto: 19h 29min ¦Distanz: 469 km ¦
AveSpeed: 29,8 km/h ¦ Höhenmeter: 755

 

Ausgeschriebene 450 km nonstop. Und es sollten quälende 20 km mehr werden. Aber erstmal zum Anfang.

 

Und es sollten quälende 20 km mehr werden. Aber erstmal zum Anfang.

 

Mit Mietwagen und allem Drum und Dran Tetris gespielt und ab gings nach Leipzig zum Völki. Das war heiß, sehr heiß und die Stimmung gut. Nach Abholung der Anmeldeunterlagen hieß es auf dem Parkplatz umpacken, teils umziehen und Räder präparieren. Es wurde noch heißer. Kein Schatten, knallende Sonne. Nach einer Stunde (Warum hat das eigentlich so lang gedauert?) dann noch für ne ganze Weile zum Denkmal. Erstmal Schatten. Die letzte Wurst futtern, nochmal Klo, obligatorisches Gruppenfoto bei äußerst guter Laune und dann gings auch los.

 

Mehr oder weniger Polizeischutz, um aus Leipzig rauszufahren. Die Tour hat aber knorke Motorradfahrer als Begleitfahrzeuge. Die haben sich die ganze Tour bestens um uns gekümmert. Aus Unerfahrenheit in solch einer großen Gruppe, fahren wir hinten. Dumm. Gruppe fährt zwar gut und zügig, aber auf der gesamten Tour immer wieder der Ziehharmonika-Effekt. Hinten sind dann doch mehr kleine Antritte nötig, um dranzubleiben. Das hat nicht unbedingt Kraft geraubt, aber manchmal eben Nerven. Auf den ersten 80 km wirkte das Feld noch ein wenig unruhig. Ständige Wechsel von "warum denn so flott" auf "was'n nu los-langsam". Danach ging es aber im Grunde besser und für so viele fremde Fahrer war das einfach ein super Feld.

 

Die obligatorische Zweierreihe wird recht locker gefahren. Der Speed bleibt bei 30 im Schnitt und sollte auch die ganze Tour so bleiben.

 

[Es ist möglich, die ganzen 470 km auf dem großen Blatt zu fahren!]

 

Da uns jegliches Zeit- und Fahrgefühl fehlt und wir die meisten nachfolgenden Ortschaften auch nicht immer mitbekamen, ist der ganze Bericht im Übrigen recht allgemein gehalten (bezogen auf Zeit und Kilometer).

 

Die Pausen - im Schnitt 20 min lang - werden immer zum richtigen Zeitpunkt gehalten und das Futter ist stets lecker und genau richtig. Wir tanken jedoch spätestens ab der dritten Pause selbst immer unser eigens mitgebrachtes RedBull, um der Müdigkeit vorzubeugen.

 

Schon vor Abfahrt wurde vom Veranstalter gepredigt und gewarnt, es würde mehrere Kopfsteinpflasterpassagen geben. Wir hätten da zügig drüber zu fahren, denn je schneller, desto weniger würden wir davon spüren.

 

[Es gibt Leute - insbes. womöglich die Jungs und Mädels von DieSpeiche - die mehr Laufräder zur Verfügung haben, ggf. vielleicht sogar ein weiteres Rad. Wir jedoch haben nur das eine und nur diese Laufräder und all das ziemlich lieb. Uns tat das Drüberprügeln ziemlich weh. Gruppenzwang jedoch irgendwie. Zumindest beim ersten Mal. Bei den weiteren Malen sind wir dann unser Ding gefahren.

 

Das war kein Kopfsteinpflaster! Das waren wahllos (aneinandergelegte?) Steine. Wenn wir privat fahren, suchen wir uns die besten davon noch  aus. Aber bei der forcierten Geschwindigkeit kamen wir nicht umhin, auch die schlimmen Löcher mitzunehmen.

 

Wir sind der Meinung, man hätte auch eine andere Streckenvariante finden können, die das ein oder andere Kopfsteinpflaster oder was auch immer das war ausgelassen hätte.]

 

Es wird bald dunkel werden. Wir müssen uns in der Pause entsprechend präparieren. Die Hartgesottenen fahren komplett in kurz weiter, die es gern etwas muggeliger haben, kriechen dann aber schon in Jacken und Beinlinge. Die Nacht war dennoch recht mild. In der Dunkelheit fliegen wir über den Asphalt. Die kleinen Lichter leuchten den Weg gut. Ein fantastisches Bild.

 

Sonnenaufgang. Welch wunderschöner Anblick. Wir sollen bald Berlin erreichen. In der letzten Pause vor Berlin werden alle zum pinkeln verdonnert, weil wir das beim Brandenburger Tor dann nicht mehr können. Stadt Berlin - ein riesiges Polizeiaufgebot eskortiert uns einmal durch Berlin, zum Brandenburger Tor und nach einem kurzen Aufenthalt auch wieder raus. Der Wahnsinn! Ob rote oder grüne Ampel, alles muss sich dran halten. Nur wir nicht, wir dürfen durchsausen. Die Randbemerkungen der zufälligen Zuschauer sind typisch Berlin. Hihi.

 

Brandenburger Tor. Wir fahren einmal durch. Foto. Pause. Umziehen auf Tagfahrt. Weiter gehts. Die Rausfahrt wirkt ein wenig stressig. Sie dauert irgendwie ewig und die Straßen sind verhältnismäßig schlecht. Ich verliere in dem Geholper meine kleine Rückfunzel. Der Besenwagen sammelt eigentlich immer alles auf, was so jeder verliert ... meine Lampe jedoch nicht. Sie war einfach zu klein für diese Welt.

 

Draußen. Es geht zurück nach Leipzig. Allmählich wird es wieder wärmer. Die zu Anfang und vom Reglement auferlegten Richtlinien zur Weitergabe der Meldungen von vorn nach hinten funktionieren die ganze Tour über gut. Allein ein Mann von DieSpeiche fängt auf den letzten 150 km an, sich mehr und mehr zu beschweren, was der Sch... solle, man müsse doch nicht gleich immer so schreien, keine Panik machen.

 

[Wir stellen uns vor, wir geben ein Kommando nicht weiter, dann knallts, weil der Hintermann nicht bremst. Wer ist schuld? Wir! Weil wir nicht geschrien haben. Na herzlichen Dank auch!]

 

Ferner hat uns auch nicht gefallen - Guido und ich sind nebeneinander gefahren - dass der Besagte in der zweiten Hälfte der Tour in den Kurven stets zwischen uns durchzischte, während wir uns derweil nach den Vorausfahrenden richten. Wenn die so langsam um die Kurve schleichen, können wir da auch nichts für. Es bringt jedoch auch nichts, sich da durchzumogeln. Er hielt das jedoch scheinbar für nötig. Wir fanden diese Aktion recht überflüssig und zudem auch ziemlich riskant, da die Müdigkeit bei allen doch auch schon vorhanden war.

 

Apropos. Auf den gefühlten letzten 80 km fallen mir regelmäßig fast die Augen zu. Ich kann mir nicht vorstellen, noch mehr Kilometer ohne Schlaf zwischendurch zu fahren (Fichkona ... wir kommen!). :-D

 

Alle haben derweil Schmerzen. Den wenigsten sieht man es an. Sitzbeschwerden, steifer Nacken, Rückenschmerzen, Druckschmerzen am Handballen. Die Beine aber sind fit. Wollen weiter kurbeln.

 

[Kann mal jemand den restlichen Körper austauschen?]

 

Nächste Pause unter Mückenangriffen. Ich muss ja doch mal pinkeln. Echt toll! Ich führ das jetzt aber nicht weiter aus. Wir erfahren zudem, dass die Fähre heute nicht fährt. Also ... Umweg fahren. DAS TUT WEH! Aber nich so schlimm. Is eh alles vorbei und die Frage, warum man sich das antut, wird schon lang nicht mehr gestellt.

 

Kostriz. Letzte Pause. Präparieren für die Einfahrt nach Leipzig und Zielankunft am Stadtfest. Die Leipziger Polizei gibt sich mal wieder die Blöße und sichert diesen riesen Tross Radfahrer, der - nebenbei gesagt - für einen guten Zweck fährt NICHT im Stadtverkehr. Es kommt tatsächlich auch zu brenzligen Situationen.

 

Wir sind da. Wir können unsere Räder nicht mehr sehen, wollen einfach nur sitzen, nach Hause. Schlafen, ja schlafen wär jetzt toll. Das Radler ist aber auch lecker. Wir sind da. Echt? Waren das eben 470 km? Ein Lächeln.

 

Müde .... müde .... zzz.

 

 

 

Fazit:

  1. Vielleicht fahren wir mal wieder mit.
  2. Das Kopfsteinpflaster muss doch ehrlich nicht sein. Und wenn, dann sollte jeder selbst entscheiden, wie er da drüber fährt. So lang waren die Abschnitte nicht. Man hätte niemanden verloren.
  3. Mehr Pinkelpausen auch für die Frauen. Auch wenns nur drei waren. Spontane Pinkelpausen wurden oft eingeführt. Ich kann in den fünf Minuten aber nicht so einfach in den Graben springen. Das klappt bei mir nicht.
  4. Nach einer Woche hatten wir schon wieder das Gefühl, lange kein Rad gefahren zu sein. Sucht? Ich glaub nicht. Wir sind einfach nur fit und haben uns wohl das richtige Hobby ausgesucht :-)

 

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