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Göttingen-Braunlage/Walkenried

Datum: 8.2.2007 ¦ Startzeit: 13:55 Uhr ¦ Fahrtzeit netto: 3h 57min ¦ Distanz: 110,3 km ¦ AveSpeed: 28 km/h ¦ Höhenmeter: 1.100

 

 

Unsere winterlichen Touren kennzeichnen sich vor allem dadurch, dass wir wenig Fotos machen. Dies liegt zum einen daran, dass ich den sonst schnellen und praktischen Griff in die Fototasche mit meinen Winterhandschuhen nicht bewerkstelligen kann und zum anderen daran, dass uns meist die Zeit im Nacken liegt ... die Zeit bevor es dunkel und noch kälter wird.

So ist das auch an dieser spontanen Tour über Braunlage und Osterode. Eigentlich läuft alles gut, die Beine spielen mit und die Temperaturen sind erträglich, wobei dies vielleicht auch an der Strecke mit ihren 1.100 Höhenmetern liegt, die mehr oder weniger am Stück zu bewältigen sind. Umso mehr wird uns dies aber zum Verhängnis. Zwar wissen wir mittlerweile, dass in Braunlage kein Zug fährt (dies hatte ich auf einer ersten Tour über Braunlage entsetzt festgestellt, schließlich ist das doch der Tourifang schlechthin). Naja, dafür gibt es ja einen Busbahnhof.

 

Ein wenig - oder eigentlich ZIEMLICH - wie Anfänger werden wir von den winterlichen Verhältnissen im Harz überrascht. Schnee am Straßenrand und eisiger Wind, der uns bei den Abfahrten gegen den Brustkorb und ins Gesicht schlägt. In Braunlage angekommen, sind wir dann froh, uns noch einigermaßen bewegen zu können. Wir wärmen uns behelfsmäßig kurz auf. Nachdem die allgemeine Motorik wieder flüssig zu funktionieren scheint, schauen wir nach dem nächsten Bus, der uns nach Walkenried zum Bahnhof bringen würde. An eine komplette Rückfahrt denken wir gar nicht erst.

 

Gar nicht mehr...

 

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als die Zähne zusammenzubeißen, die zu jenem Zeitpunkt bereits vor Kälte tauben Stellen weiter zu ignorieren und mit dem Rad nach Walkenried zu fahren. Und weil wir in Braunlage beim Versuch des Aufwärmens so schön getrödelt haben, müssen wir uns zu allem Überfluss auch noch beeilen. Dies bedeutet für unsere Situation auf der Straße: Wie die Bekloppten über den letzten Hügel und durch die letzten Ortschaften sausen, um bloß nicht diesen Zug zu verpassen. Erst im Zug haben wir dann gemerkt, was die letzte halbe Stunde vor sich ging. Vor Anspannung, Dunkelheit und Kälte ist der Nacken ganz steif, die Hände und Füße taub sowie das Gesicht mehr oder weniger eingefroren.

 

Spaß gemacht hats trotzdem, der Rückblick ist auf jeden Fall amüsant, wenn man bedenkt, dass man dafür schon ein wenig bescheuert sein muss.

 

 

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